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3. Financial Community Update, 5. Juni 2003
Investor Relations in der Finanzindustrie
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Der dritte Anlass der Reihe Financial Community Update
setzte den Akzent auf Investor Relations in der Finanzindustrie. Drei prominente Beobachter der Szene nutzten
die Gelegenheit, ihre Sicht der Finanzmärkte einzubringen.
Sieben Jahre war William Hall Schweizer Korrespondent der Financial Times. Kurz vor seiner Rückkehr
nach England berichtete er über seine Erfahrungen mit Schweizer Unternehmen und beleuchtete deren Kommunikationsverhalten.
War die Finanz-Kommunikation vor Jahren noch eher PR-lastig gewesen, könne man heute von eigentlicher IR
sprechen. Allerdings sei die Informationsmenge oftmals zu umfangreich Konzentration sei angesagt. Tell
about the business, and answer my questions, brachte Hall seine Bedürfnisse als Medienschaffender
auf den Punkt.
Erfrischend und schnörkellos erläuterte Dr. Konrad Hummler, Geschäftsführender Teilhaber
von Wegelin & Co. Privatbankiers, im Gespräch mit Stefan Senn, Head of Investor Relations von Swiss
Re, seine Ansichten zur aktuellen Lage der Finanzbranche, zu Strategien und Kommunikationsmassnahmen.
Finanzmärkte sind Informationsverwertungsmaschinen, die die Informationen aber nie zur Gewissheit
verdichten, sondern nur Wahrscheinlichkeiten abbilden, kommentierte Hummler die Anlagewelt. Kommunikation
müsse verständlich sein. Unverständliches schädige das Vertrauen der Finanzgemeinde. Gerade
bei Finanzwerten sollte weniger über kurzfristige Gewinne dafür mehr über Zukunftsszenarien berichtet
werden.
Auf Senns Frage, ob die derzeit laufende Diskussion um Corporate Governance eine Rückwärtsorientierung
sei, meinte Hummler, dass er nicht glaube, dass mit mehr Formalismus das Problem zu lösen sei. Unternehmerische
Verantwortung sei nicht teilbar. Wirtschaften heisst: trial and error. Auch Corporate Governance-Richtlinien
müssen diesen error zulassen können.
Für seine Analysen ist der Geschäftsbericht massgebend. Für das Verständnis seien besonders
die kleingedruckten Anmerkungen von Bedeutung. Um einen Anlageentscheid zu fällen, werde eine Firma üblicherweise
über lange Zeiträume beobachtet. Um in ein Unternehmen zu investieren, müsse es primär glaubwürdig
Geld verdienen und das Gesamtkonstrukt müsse stimmen. |
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