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  7. Financial Community Update
Unabhängigkeit des Aktienresearch

 
 

Sind Finanzanalysten in ihrer Meinungsbildung wirklich frei oder haben sie mit beizutragen, dass sich die Kundenportfolios regelmässig umschichten? Diese provokative Frage war Ausgangspunkt der Diskussion anlässlich des 7. Financial Community Updates.

In der Einleitung zum Thema bekannte sich Dirk Schütz, Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins Cash, als grosser Fan von exzellentem Research. Es stelle eine wertvolle Basis für die journalistische Arbeit dar. Gleichzeitig wies er mit Nachdruck darauf hin, dass die Qualität des Aktienresearch in den letzten Jahren seines Erachtens stark nachgelassen habe. Als Grund dafür nannte er die zunehmende Regulierung innerhalb der Finanzmärkte, die stetig steigende Flut von Unternehmensnachrichten und der allgemeine Herdentrieb unter den Analysten. Heute sei es für Journalisten nicht mehr interessant, Analystenmeinungen anzuführen, da diese in der Regel bloss über eine geringe Ausstrahlungskraft verfügen würden.

Dr. Leo Th. Schrutt, Leiter Group Investment Research und Leiter Private Banking Portfolio Management bei der Bank Julius Bär, und Mirko Sangiorgio, Mitglied der Konzernleitung von Swissfirst und langjähriger Analyst, äusserten sich in der anschliessenden Diskussion zu den aktuellen Entwicklungen. Nach Schrutt bedingt eine komplette Unabhängigkeit des Research eine klare organisatorische und räumliche Trennung von den übrigen Bankbereichen. In der Praxis sei dies jedoch nur bedingt praktikabel. Angesprochen auf die hohen Kosten eines Researchteams hielt Schrutt fest, dass der Kunde die entsprechenden Berichte und Empfehlungen, wie regelmässige Umfragen und Abklärungen beweisen, nach wie vor als Mehrwert empfinde. Anderenfalls würde das Aktienresearch seine Daseinsberechtigung verlieren. Auch Mirko Sangiorgio beklagte die Verschlechterung der Analysequalität. Die Reformen hätten dazu geführt, dass heute die Definitionen der verwendeten Begriffe oft weit mehr Platz beanspruchen würden als der eigentliche Inhalt. Als Anleger wünsche er sich mehr konträre Meinungen. Schütz doppelte nach, auch die Medienschaffenden würden sich aussagekräftigere Empfehlungen erhoffen. Darauf konterte Schrutt: „Wir sprechen nicht gerne mit Journalisten, da unsere Aussagen oft aus dem Kontext herausgelöst zitiert werden. Wir sind primär den Kunden gegenüber verpflichtet.“

 
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