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  8. Financial Community Update
Wechselspiel Unternehmen – Medien – Finanzmarkt

 
 

Welche Funktion haben die Finanzmedien im heutigen Finanzmarktgefüge? Welchen Umgang pflegen institutionelle Investoren und Unternehmen mit Finanzmedien – wo konvergieren ihre Interessen, wo divergieren sie? Ausgehend von diesen für die Finanzkommunikation fundamentalen Fragen war der 8. Financial Community Update dem „Wechselspiel Unternehmen – Medien – Finanzmarkt“ gewidmet.

In seinem Eingangsreferat wies Giorgio Cortiana, Leiter des European Corporate Research Teams bei UBS Wealth Management, darauf hin, dass die Bedeutung der Wirtschaftmedien für die Finanzanalyse in den vergangenen 10-15 Jahren klar abgenommen habe. Einerseits weil sich die Firmentransparenz durch den Regulierungsdruck erhöht habe, anderseits weil Analysten sich heutzutage besser und einfacher informieren können. Gemäss Cortiana „nehmen Newswires der klassischen Presse den Wind aus den Segeln“. Das spiegle sich auch darin, dass Wirtschaftsmedien nur noch an fünfter Stelle der Informationsquellen für institutionelle Investoren rangieren, weit hinter dem Geschäftsbericht und persönlichen Gesprächen.

Eine gewisse Bedeutung hätten sich Wirtschaftsmedien im Bereich der Berichterstattung zu Small und Mid Caps bewahren können. Was von Peter Schuppli, stellvertretender Chefredaktor von „Finanz und Wirtschaft“, bestätigt wurde: Die Finanz und Wirtschaft konzentriere sich mitunter auf die Firmenberichterstattung zu kleineren Unternehmen – „Zeitungsredaktoren verfolgen die gleiche Firma teils über Jahre hinweg“. Diese Fokussierung sei eine Spezialität der Finanz und Wirtschaft und schaffe auch für professionelle Investoren Mehrwert.

Von Rolf Schläpfer, Leiter Global Corporate Communications bei Roche, darauf angesprochen wie Peter Schuppli gegenüber den PR-Bemühungen der Unternehmen reagiere, wähnte sich der langjährige Redaktor immun gegenüber kommerziell motivierten Beeinflussungsversuchen. Im selben Kontext identifizierte Giorgio Cortiana Parallen bzw. Tugenden, die Finanzanalyse und Finanzjournalismus gemein haben sollten: Beide sind der Unabhängigkeit und Qualität der Berichterstattung gegenüber ihren Zielgruppen verpflichtet.

Zu Zweck und Wichtigkeit einer effektiven Finanzkommunikation führte Schläpfer die Herstellung von Transparenz zur korrekten Bewertung der Unternehmensaktie an. Schliesslich sei es im Interesse jeder Firma Volatilität zu vermeiden; obschon sich dieses Interesse nicht mit jenem der Banken decke. Für Giorgio Cortiana sei es bezüglich Bewertung der Aktie eine Aufgabe der IR-Verantwortlichen die Analysten auf Fehler aufmerksam zu machen, ohne diese manipulieren zu wollen.

Alle Teilnehmer waren sich im Punkt einig, dass die heutige Flut an Informationen kaum mehr zu bewältigen sei. Im Interesse aller Finanzmarktakteure sei deshalb die Verbreitung und Verarbeitung von Informationen selektiv vorzunehmen und strikte Disziplin zu wahren, sich dabei auf das materiell Wesentliche zu beschränken.

 
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